Israel- Das heilige Land der Bibel

12 Tage Rundreise Israel

- Eilat, En Gedi (Totes Meer), Betlehem, Jerusalem, Tel Aviv, Wüste Negev - 

= 930 km

Tag 1:

Über Frankfurt Hahn geht es sehr günstig mit dem Flugzeug Richtung Asien nach Eilat Ovda, Israel!

Die Einreise ist eine aufregende Angelegenheit. Nachdem der Beamtin nach einem ordentlichen Verhör dann doch scheinbar die Fragen ausgingen und auch sicher ein wenig Neugier befriedigt war, durften wir doch tatsächlich im Land verbleiben! :)

Ovda liegt etwa 40 Minuten von Eilat entfernt, die Shuttlebusse richten sich hier nach der Ankunftszeit der Flugzeuge und sind ohne Probleme vor Ort zu buchen. Wer sich aber den „Stress“ ersparen möchte direkt am winzigen Flughafen Euro gegen israelische Schekel einzutauschen, kann Tickets auch bequem von zu Hause über www.eilatshuttle.com buchen. Der Bus fährt direkt an der ägyptischen Grenze entlang, was aufgrund der vielen Stacheldrahtzäune unschwer zu erkennen ist. Hier in der Wüste gibt es kaum Straßen, doch dann nach einiger Zeit, ragen (es wirkt ganz plötzlich) die ersten Hochhäuser von Eilat hervor.

Die Promenade unterhalb des nationalen Flughafens, der mitten durch die Stadt verläuft, wirkt wie ein kleiner Rummel. Vieles scheint einzig und allein für den Tourismus erschaffen worden zu sein.

Im Restaurant Japanika gibt es für mich ein unglaublich leckeres Pad Thai - Ach herrlich, jetzt kann der Urlaub so richtig beginnen! Das Sunset Inn soll unsere Bleibe für die nächsten drei Nächte sein.


Tag 2:

Für mich ist schnell klar: Eilat ist weder schön, noch hässlich! Ein Badeort für Sonnenanbeter verschiedenster Länder. Denn bei 360 Sonnentage im Jahr findet man die Wärme hier ganz gewiss!

Wir besuchen das Dolphin Reef, eine Badebucht, in der Delphine heimisch sind. Sie haben jederzeit die Möglichkeit das offene Meer aufzusuchen, welches frei für sie zugänglich ist. Sie scheinen aber so zutraulich und neugierig, dass man hier mit Ihnen tauchen und schnorcheln kann. Ich habe zunächst nicht daran geglaubt, aber es gibt sie wirklich, die fünf Tümmler, die hier auf natürliche Art und Weise die Nähe zu den Menschen suchen. Aber aufgepasst: Das Anfassen der Tiere ist verboten!

Abends haben wir die Camel Ranch besucht mit dem Ziel uns für eine Sunset Tour in die Wüste anzumelden. Leider war diese für die Abende in Eilat bereits ausgebucht.Mit den bereits ‚gesattelten‘ Tieren kamen wir dennoch in den Kontakt, konnte auf sie zugehen und sie zeigten mir für das ein oder andere Foto ihre hübschen Zähne! Die beigen Tiere fallen vor den okkafarbenden Felsen kaum auf, wären da nicht die bunten Decken, die richtig Farbe ins Spiel bringen.

Am Strand gab es das nationale Gericht Tahina, eine Paste aus Sesamsaat, mit French Fries, für mich die Alternative zu glutenhaltigen Pitataschen.

Tag 3:

Wir starten früh am Morgen in den Tag. Unsere Programmpunkte für heute? Strand, Schnorchel, Fische! Klingt nett, oder?

Der Strandabschnitt Coral Beach ist hierfür die beste Möglichkeit um Eilat herum. Der Strand ist mit dem öffentlichen Bus zu erreichen, der Zugang zum Meer ist leicht, ohne spitzen Steinen, und der Service ist gut.

Das Rote Meer ist ein Paradies für Fische und „Wasserratten“, die das bunte Treiben im Meer beobachten möchten. Das wollen wir doch gleich mal ausprobieren. Wir suchen die Fische weiter draußen, doch sie halten sich vorne an den Felsen und am Riff auf. Große lila-grün schimmernde Fische, Fische wie Dori, Zebra-Fische (zumindest sehen sie aus wie eine Paarung aus Fisch und Zebra :D) und der giftige Feuerfisch! Kurz fühle ich mich auf der Liege liegend mit dem Eiscafé in der Hand wie ein Pauschalurlauber. Aber für den Moment tut es gut, man kommt zur Ruhe und vergisst den Alltag von Daheim. Die Strände um mich herum sind leider bevölkert von vielen lauten, aufs Handy fokussierte 5-Sterne-Urlaubern, die die Idylle etwas ausbremsen. 

Das besonders leckere Ginger Beer und die Atmosphäre am Mosh Beach machen es wiederum im Handumdrehen leicht, den Tag entspannt zu Ende gehen zu lassen. Ein Besucher klimpert ungezwungen auf der Gitarre, junge Menschen spielen ein Kartenspiel und wiederum andere rauchen Dinge, die ich hier nicht benennen werde :).

Im Oktober/November geht die Sonne hier in Israel schon sehr früh unter und um 17 Uhr ist es dunkel, sodass wir früh schlafen gehen, um möglichst viel vom nächsten Tag zu haben!

 


Tag 4:

Eilat - Timna Nationalpark- En Gedi = 237 km, 2 Stunden 30 Minuten

In Eilat übernehmen wir den Mietwagen, der für die kommende Woche unser stetiger Begleiter werden soll.

Der Timna Nationalpark schimmert in den verschiedensten Braun- und Gelbtönen. Ein Guide mit Cowboyhut am Eingang erklärt uns die verschiedenen Stationen im Park, die jeweils mit dem Auto zu erreichen sind. Der Park wird gerne auch von Wanderern und Bikern aufgesucht, einige Trails hält das Gebiet für Outdooraktivitäten bereit.

Auf dem Weg die Küste hoch zum Toten Meer sehen wir uns ein Kibbuz an. Ein Kibbuz ist eine israelische Siedlungsform, eine Gemeinschaft der Gleichheit, in die sich jeder mit seinen Fähigkeiten einzubringen hat, zum Ziel gemeinsam produzieren, konsumieren und erziehen zu können. Das Tote Meer erreichen wir leider erst im Dunkeln. 

Wir übernachten in der En Gedi Camp Lodge. In der Küche kochen wir uns Nudeln mit Pesto, wie einfach und lecker. Die frischen Tomaten peppen das Gericht richtig auf ;). Mit einem Fruchtsaft von der Bar planen wir in den Hängematten liegend unsere bevorstehende Tage.

Noch am selben Abend reist ein Bus junger Männer an, die aus einem nahegelegenen Kibbuz zu sein scheinen, um eine tolle Zeit an der Bar des Camps zu verbringen. Sie machen sich ihr Feuer, trinken israelisches Bier und zur Nacht hin wird es lauter und lauter. Sie singen Hymnen, klatschen und trommeln im Takt. Im Zelt liegend neben drei deutschen Lehrern überlegen wir, ob die Situation „normal“ sei. Es lässt sich aus dem Bett nicht erahnen, ob die Stimmung ausgelassen fröhlich oder eher aggressiv ist. Eine Situation, die nicht nur für mich im noch so fremden Israel schlecht einzuschätzen ist. Wir suchen die Toiletten auf und wissen dann: So feiern die Israelis, sie haben sich gern, sind entspannt, haben vielleicht etwas viel getrunken, aber ich kann entspannt die Augen schließen. Gute Nacht!


Tag 5:

En Gedi - En Bokek - Jerusalem = 207 km,

2 Stunden 40 Minuten

Um 5.40 Uhr geht der Wecker, den Sonnenaufgang in der Wüste möchten wir uns nicht entgehen lassen. Mit dem Hüttenschlafsack geht es nach draußen und das Land schimmert in den verschieden Silhouetten, bis der rote Ball, die Sonne, sichtbarer und sichtbarer wird. Schnell die Zähne geputzt und ins Auto gestiegen. In En Bokek scheinen die Haupturlauber Russen zu sein, die in den vielen Kosmetikläden mit Naturprodukten voll auf ihre Kosten kommen.

Was wir hier wollen? Ich möchte endlich wissen, wie es sich anfühlt im Toten Meer zu planschen. Bereits am Rand des Meeres ist an der Salzkruste ersichtlich, dass es sich keineswegs um die Nordsee handelt. Der Untergrund ist überraschend weich, fast flauschig, und ich bin froh den „Anweisungen“ Folge geleistet zu haben mich nicht frisch rasiert zu haben. 


Bevor ich ganz mit dem Körper ins Wasser gehe, streiche ich mir mit den Händen kleine Wassermengen über die Arme und es fühlt sich an, als würde ich mich eincremen. Ich gehe bis zum Hals ins Wasser und hebe die Füße vom Boden und schwups, schwebe ich förmlich im Wasser, ohne mir dafür in irgendeiner Form Mühe geben zu müssen. Es ist tatsächlich ein richtiges Erlebnis! Das Brustschwimmen ist eher lustig als erfolgreich. Mein gesamter Körper ist nach dem Badegang von einer öligen Schicht umgeben und die anschließende Dusche tut gut und auch das Eincremen von Armen und Beinen, denn das Tote Meer scheint die Haut etwas ausgetrocknet zu haben. Herrlich. Mit einem Kaffee to go (Bei der Kette Aroma-Café gibt es im übrigen glutenfreie Brötchen zum Salat) geht es am eisblau leuchtenden Toten Meer entlang weiter zu unserem nächsten Ziel, welches wir spontan überdenken: Betlehem ist Jerusalem so Nahe, wie wäre es den Geburtsort Jesu zu besuchen?

Die Hindernisse und Bedenken die Stadt zu erkunden sind meiner Freundin und auch mir bewusst, denn Betlehem ist Teil vom Westjordanland, Palästina. Die Stadt gehört nicht mehr zu Israel und ist muslimisch. Dennoch ist die Neugier geweckt und wir möchte einen Besuch in die Stadt versuchen.

Das Ganze beginnt bereits abenteuerlich, als ein Fernfahrer uns bis zur Grenze mitnimmt. Und dann stehen wir da, vor der großen, hohen Betonmauer, bewacht von Männern mit Maschinengewehren und einem Drehkreuz für Fußgänger. Ein mulmiges Gefühl macht sich breit, wollen wir das wirklich? Je länger wir stehen und warten, umso unsicherer werden und wirken wir, also los... es geht durch das nur einseitig bewegbare Drehkreuz.

Für uns als Tourist ist es möglich (auch wenn sich die meisten wohl eher für eine geführte Tour entscheiden), den Weg von Israel nach Palästina zu gehen, anders ist es für die hier Lebenden. Für die Bewohner in Betlehem ist es unvorstellbar und verboten, die Mauern der Stadt in Richtung Jerusalem zu verlassen. Auch für uns als Außenstehende ein merkwürdiges, beklemmendes Gefühl. 

Auf der anderen Seite der Mauer erwarten uns eine Horde Taxifahrer, die uns ins Zentrum fahren wollen. Die Mentalität der Menschen hier ist der Gegensatz zu den Israelis, sie sind lauter, für unsere Verhältnisse aufdringlich. Hier wird uns schnell bewusst, dass die Menschen vor Ort mehr auf das Geld angewiesen sind. Wir verhandeln einen Preis, der wie wir auf dem Rückweg feststellen, immer noch viel zu hoch war und lassen uns im Zentrum an der Geburtskirche heraus. Nachdem wir die Kirche besuchten, laufen wir durch die Gassen der alten Stadt. Wie der Reiseführer bereits beschrieben hat, ist die Stadt beschäftigt, ruselig und voller Touristengruppen mit einheitlichen Kappen, Shirts oder einem vorweggetragenden Fähnchen. Den Stall in Betlehem hat man sich zuvor doch tatsächlich etwas anders vorgestellt. Gefühlt ein Dutzend reicher an frischen Datteln vom Markt, verlassen wir die Stadt wieder. Aufgrund einer Baustelle des Grenzübergangs von Palästina zurück nach Israel fühle ich mich auf dem Rückweg durch mehrere Schleusen fast unwohler als auf dem Hinweg.

Zurück zum ursprünglichen Plan, auf israelischen Boden, geht es nach dem kleinen, aufregenden Abstecher ins Westjordanland dann doch nach Jerusalem. Nach dem Mahane-Yehuda-Markt geht es ins Restaurant Nagila in die Neustadt. Hier werde ich von meiner Freundin mit einem Fotogeschenk an die vielen gemeinsamen Urlaube mit ihr erinnert und gefragt, ob ich im nächsten Jahr ihre Trauzeugin werden möchte! Was für ein Wahnsinns Tag!Vollkommen adrenalingeladen versuche ich einzuschlafen!

Zwei Nächte verbringen wir im Post-Hostel, welches ideal gelegen ist.



Tag 6:

Jerusalem ist die Stadt auf meiner Reise, die mich am meisten beeindruckt hat. Jerusalems Altstadt ist von einer Stadtmauer umgeben und ist über verschiedenen Eingängen leicht zu begehen, wobei das Jaffa-Gate wohl das Bekannteste ist. Die Altstadt ist in verschiedenen Vierteln aufgeteilt. Jedes Viertel hat seinen eigenen Charme, seinen eigenen Glauben, sein eigenes Leben.

Unser Weg führt uns zunächst durch das christliche Viertel ins jüdische Viertel. Die orthodoxen Juden erkennt man auf Anhieb. Sie sind schwarz gekleidet, tragen eine Kopfbedeckung (Kippa oder einen Hut) und unter der Kopfbedeckung ragen bei vielen Männer zwei gelockte Haarsträhnen hervor.

Als wir durch das Viertel laufen, werden wir freundlich von einem Juden angesprochen, ob er uns helfen kann. Er zeigt uns den Weg zur Klagemauer, macht direkt deutlich, dass wir nicht besorgt sein sollen, dass er dafür kein Geld von uns wünscht. Die Juden strahlen auf mich eine Ruhe aus, sie zeigen sich eher reserviert und zurückhaltend, doch stets freundlich und hilfsbereit. 

Der Moment an der Klagemauer war ein ganz besonderer. Die Menschen um mich herum beten, weinen, legen ihr Gesicht in ihre heiligen Schrift, stecken Briefchen in die Ritzen der Wand, umarmen sich. Es ist ein andächtiger Moment -

auch für mich. 

Während die Juden die Klagemauer aufsuchen, suchen die Muslimen den Felsendom auf, der für uns an diesem Tag leider nicht zugänglich ist (Freitag).

Im muslimischen Viertel befindet man sich plötzlich mitten im Marktgeschehen, es geht laut und turbulent zur Sache und Verhandeln sollte gelernt sein. 


Ebenfalls sehr beeindruckend ist die Grabeskirche, die den Mittelpunkt des christlichen Viertels darstellt. Am Salbungsstein versammeln sich eine Vielzahl streng gläubiger Christen. Sie lehnen sich über den Stein, ölen diesen ein, reiben mitgebrachte Kreuze über ihn, küssen ihn und beten. 

Wir waren wie bereits beschrieben an einem Freitag in der Stadt. 36 Minuten vor Sonnenuntergang ertönt freitags eine Sirene über Jerusalem, die den Anbruch des Sabbats verkündet. Am Sabbat strömen die Menschen in Scharen zur Klagemauer, in festlicher Kleidung feiern sie den Eintritt des Ruhetages, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Sabbat oder auf jiddisch Schabbes dauert bis zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag Abend an. Die Juden feiern ausgelassen und laden sich gegenseitig zum Festmahl ein. Wir mischen uns unter. So viele Religionen und einen jeweils solch tiefen Glauben in einer Stadt habe ich bisher nirgendswo anders erlebt. Auch nun nach der Reise denke ich noch viel über den Tag in der Altstadt Jerusalems nach, es war eine einmalige Erfahrung. 


Tag 7:


Jerusalem - Kloster von Latrum - Netanya = 132 km,

1 Stunde 50 Minuten

Nach den vielen Eindrücken der letzten Stunden, vertrödeln wir diesen Tag etwas. Am Morgen fahren wir mit dem Mietwagen auf den Ölberg, um die Aussicht über die Stadt und vor allem über den Felsendom zu genießen.

 

Wir besuchten die Gegend um das Kloster von Latrum und die israelische Riviera Netanya mit großzügiger Promenade, bis wir auf die zweitgrößte Stadt des Landes zufahren- Tel Aviv.

Im Landwer´s Coffee gibt es eine Menge glutenfreier Optionen, unter anderem Pizza. 

Wir wohnen in einem kleinen Appartment, welches wir über Airbnb gebucht haben. Und es ist ein Traum, es sind etwa 80 Meter bis zum Strand. Das Meer vor der Haustüre - man könnte sich doch glatt dran gewöhnen!

 


Tag 8:

Ein Sprung ins Meer am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen! Wir tun es den Einheimischen gleich. Ein herrlich, erfrischender Start in den Tag.

Von der Innenstadt Tel Avivs laufen wir etwa 30 Minuten bis nach Jaffa, dem alten Hafen und der Altstadt. Der Hafen hat was uriges an sich, für mich ein wenig das Gefühl von Freiheit neben der großen Stadt. Die Altstadt ist unheimlich süß! Marktstände und kleine Geschäfte soweit das Auge reichen. Hier gibt es nichts was man nicht erwerben kann. Angefangen bei Teppichen, über Möbel, zu Second Hand Kleidung, Schmuck und frisch gepresster Fruchtsäfte. Hier kann man problemlos einen ganzen Tag verbringen!

Zurück in der Neustadt sollten alle Zölis bei einem Besuch in Tel Aviv unbedingt bei Johnnys Falafel einkehren. Ein einfacher Take-away... das besondere: Seit 1955 werden hier glutenfreie Falafel hergestellt, die zudem in einem eigenen Bereich der Küche zubereitet, frittiert und im glutenfreies Pita-Brot serviert werden. Einfach nur fantastisch!


Tag 9:

Unsere wichtigste Aufgabe für den heutigen Tag: Wir suchen ein Postoffice auf, um unser Knöllchen zu bezahlen, welches wir ergattert haben! Na klasse :). Hinter dem Hafen von Tel Aviv schauen wir den aktiven Surfern zu, die Wellen sind am heutigen Tag gut und im Meer ist trotz Werktag so einiges los. Im Café Breadstory gibt es viele glutenfreie Varianten. Da aber das Frühstück noch anhält, bestellen wir nur einen Kaffee. Wir schlendern durch die Straßen und über den Carmelmarkt. Die Stadt wirkt unheimlich lebendig und lebensfroh. Einige Zeit später kommen wir nicht an einem kleinen einladenden Straßenrestaurant vorbei, welches voll besucht ist. Noch nie in meinem Leben habe ich so guten Humus gegessen. Die Kombination mit frischen Salat ist göttlich. Am Nachmittag fängt es ordentlich an zu regnen. Land unter in Israel und wir wollen noch einmal nach Jaffa.

Als uns auf der Straße eine kostenlose Pediküre angeboten wurde, war ich zunächst sehr skeptisch. Aber da saßen wir nun, nebeneinander im Massagesessel und gönnten unseren Füßen etwas Beauty :). Verrücktes Land. Das Restaurant Puaa ist für Jedermann absolut empfehlenswert und die gemütliche stilvolle Atmosphäre ist einfach nur toll!


Tag 10:

Tel Aviv - Rehovot - Mitzpe Ramon = 202 km, 2 Stunden 40 Minuten

Am zehnten Tag der Reise besuchten wir das Weizmann-Institut in Rehovot, an welchem zwei Freunde meiner Freundin arbeiten. Ein Wiedersehen (für mich Kennenlernen) mit den Beiden und eine Führung über den Campus waren eine sehr gelungene Abwechslung!

Raus aus dem Stadtleben geht es für die letzten zwei Nächte zurück in die Wüste, in den Sand zu den Kamelen, an den Kraterrand in Mitzpe Ramon, in die sehr zu empfehlende Desert Shade Eco Lodge.


Tag 11:

Ich wache auf, die Sonne scheint durch die bunten Vorhänge der Desert Lodge, ein großartiger Moment, der einen schnell munter werden lässt!

Nach der Dusche geht es hinunter bis zum Kraterrand von Machtesch Ramon, ein toller Ort um die Landschaft, die weit vor einem liegt, mit dem Auge und der Kamera einzufangen. Hier gibt es mehrere Aussichtsplattformen, eine schöner als die andere. Eine große Straße schlängelt sich durch den Krater, morgen befahren wir diese zurück nach Eilat Richtung Süden.

Ich als großer Tierfreund (:D) besuche die Alpaca Farm der Stadt. Es war ein Vergnügen, wie die Tiere vor der Kamera posierten, nachdem die große Schlacht um das Futter vorüber war. Die Tiere wirken herrlich treu doof, wir hatten ordentlich was zu lachen!

Im Gewürzviertel der Stadt Mitzpe Ramon gibt es einige Boutiquen, Werkstätte, Galerien und Cafés. Der Ort ist hip, kultig, bunt.

An der Unterkunft lässt sich wunderbar zur Ruhe kommen. Glühmost, heißer Arak mit Zitrone und gesüßter Schwarztee stehen den Abend über auf der Heißplatte. Mit warmer Kleidung wird es wohlig gemütlich und der Abschluss der Reise so richtig rund!


Tag 12:

Mizpe Ramon - Eilat = 151 km, 1 Stunde 45 Minuten

Der letzte Tag in Israel besteht aus einer langer Rückfahrt. Der Weg aus der Negev-Wüste zurück nach Eilat mit dem Mietwagen, der Weg von Eilat zum Flughafen Ovda mit dem Shuttle und nach der ewig andauernden Befragung und Kontrolle des Gepäcks mit dem Flugzeug zurück nach Frankfurt-Hahn. Ein Kaffee für den Rückweg zurück mit dem eigenen Auto nach Nordrhein-Westfalen hält mich einigermaßen wach. Ich falle erschöpft in mein eigenes Bett. Doch immer wieder auch ein schönes Gefühl - in der Heimat zu sein, zu Hause zu sein.


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Fazit:

Israel - Man benötigt nicht viel Zeit, um zu merken, dass dieses Land eine große Vergangenheit hat, dass man sich vielleicht nicht auf dem sichersten Stück Erde der Welt bewegt. Die vielen Soldaten und Bunker sind nicht um sonst überall zu sehen. Dennoch geht es in diesem Land überraschen entspannt und ungezwungen zu. Es sind weniger die Landschaften des Landes, die mich in ihren Bann ziehen. So großartig wie die Natur vor Ort auch ist, es sind glaube ich eher die Menschen, ihre Lebensweisen und die Religionen, die mich an dem Land faszinieren. Durch die verschiedenen Religion kam oft das Gefühl in mir auf in unterschiedlichen Ländern zu reisen. Es wundert mich, wie sehr die unterschiedlichen Glaubensrichtungen in einer Stadt wie Jerusalem gegenseitig akzeptiert werden. Und doch ist natürlich das Judentum in Israel zu einem Großteil (ca. 75%) zugegen. 

Ich als Frau und als Deutsche habe mich durchweg akzeptiert gefühlt, weder Blicke noch aufdringliche Gespräche, Anmachversuche waren gegenwertig. Die Infrastruktur ist gut, das Autofahren durchweg entspannt und auch die Wege ohne Fahrzeug aufgrund der vielen Zebrastreifen fußgängerfreundlich. Was noch wichtig ist zu erwähnen: Die meisten Mietwagenfirmen verbieten die Fahrten mit dem Leihwagen über die Grenze hinweg ins Westjordanland! Israel zeigt sich sehr familienbewusst und behindertengerecht, beinahe alle Wege sind neben Treppenstufen über barrierefreie Zugänge zu erreichen.

Grundnahrungsmittel in dem Land sind Reis, Pasten wie Humus oder Tahina, Salat und Pitabrot. Zudem kennen sich viele Restaurants über glutenfreie Ermährung aus (ich bin immer wieder erstaunt), glutenfreie Optionen sind häufig auch auf Speisekarten ausgeschrieben und in jedem kleinsten Supermarkt findet man zumindest glutenfreie Kekse (Tip: Bringt euch glutenfreies Brot am besten von zu Hause mit).

Die Wüste, die Küste in Kombination mit dem Stadtleben, das Tote Meer...alles drei Dinge, die ich hier neu kennenlernen durfte.

Die Geschichte des Landes ist sehr komplex und das ein oder andere verstehe ich bis heute nicht. Fakt ist aber, dass ich mir wünsche, dass das Land auch weiterhin möglichst in Frieden leben kann. Es ist unbedingt eine Reise wert!